Deutschlands und auch besonders Berlins politische Landschaft ist divers, aber auch gespalten, wie noch nie. Globale Konflikte, Mieten, Bildungspolitik, Demokratiebildung und vieles mehr beschäftigen die Wähler. Doch bei einer so großen Anzahl an Themen und Parteien ist es durchaus schwer, eine Wahlentscheidung zu treffen und sich ein Bild zu machen. Um dies zu erleichtern, gab es, wie auch zu den Wahlen davor, eine Podiumsdiskussion an der Schule, zu der Politiker der Linken, Grüne, SPD, CDU und AfD eingeladen wurden.
Am 15.09. versammelten sich die zum ersten Mal wahlberechtigten Schüler der Grund- und Leistungskurse Politik in der Aula. Dort trafen auch die Kandidaten (siehe Bilder) aufeinander. Unter Leitung von Herrn Bublys und dem Politik-LK (Q3) wurden den Kandidaten diverse Fragen von Bildungspolitik bis zur Mietensituation zum ÖPNV gestellt. Doch es wurde nicht nur, wie zu erwarten, spannend, sondern auch kontrovers. Besonders beim Thema der Enteignung trafen die verschiedenen Sichtweisen aufeinander. CDU und AfD distanzieren sich, SPD, Grüne und Linke stimmten überein, wobei sich auch eigene Sichtweisen von Parteipositionen unterschieden. Jedoch gab es viele Schnittmengen und gemeinsame Ziele, wobei die Umsetzung und Planungen oft grundverschieden waren. Besonders beim Thema der politischen Bildung ging es heiß her. Die Linke möchte klar mehr Präsenz zeigen, die Grünen und die SPD setzen auf Workshops, die CDU wünscht sich eine engere Zusammenarbeit zwischen Regierung und Schulen und Herr Georgi (AfD) zweifelte an der Neutralität der Schulen. Hier schritt jedoch auch Herr Bublys ein und stellte richtig, dass es keine „links-grüne“ Demokratiebildung gibt und man nicht „neutral“ sein kann, wenn es um Grundwerte geht. Diese Richtigstellung erntete auch den (verdienten) Applaus des Publikums. Nach dieser denkwürdigen Unterbrechung gab es für jeden Themenblock „Ja/Nein“-Fragen, bei denen sich die Politiker positionieren sollten, mit der Bitte, sich kurz zu halten. Hier ging es um Handynutzung, Zukunftsperspektiven und Enteignungsfälle.
Auch wurden mögliche Koalitionen, mit Blick in die Zukunft besprochen, die Stand heute (21.09.2026) neu analysiert werden können. Wie auch bei den Diskussionsfragen schon, stimmten besonders die Kandidaten der Grünen, Linke und SPD bezüglich einer Koalition überein. Frau Seibeld (CDU) distanzierte sich von AfD und Linke, zeigte sich aber offen für eine Koalition mit SPD und Grüne. Ohne Koalitionsoptionen steht (nicht nur bezirksweit) die AfD da.
Passende Abschlussworte zu finden, fällt schwer und wieder einmal kommt die Frage auf: Sollte man die AfD einladen? Dafür und dagegen gibt es viele valide Argumente. Ich persönlich halte es jedoch für wichtig, alle Parteien einzuladen, gerade um sich demokratisch zu zeigen und eine Meinungsbildung zu ermöglichen. Dabei ist eine Richtigstellung und Aufklärung umso wichtiger, die Herr Bublys wie auch schon in den letzten Jahren leistete.
Zweifelsohne war diese Diskussion spannend und diente als exzellenter Wegbereiter für die kürzlich folgende Juniorwahl, welche ich im nächsten Abschnitt auswerten werde, jedoch nicht, ohne Herrn Bublys, dem Politik-LK und allen anderen Helfern im Namen der Schule zu danken!