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Schüleraustausch mit dem ITSSE Mattiussi in Pordenone, Italien

Auch im Schuljahr 2014/15 haben wir wieder einen Schüleraustausch mit dem Istituto Tecnico del Settore Economico (ITSSE) Mattiussi in Pordenone im Nordosten Italiens durchgeführt.

Zuerst besuchten uns im September des vergangenen Jahres in Berlin eine Woche lang 19 italienische Gastschüler zusammen mit ihren Lehrerinnen.  

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Unsere italienischen Partner hatten also den schwierigeren Part zu Beginn eines Schüleraustauschs zu absolvieren, denn sie waren diejenigen, die sich als erste in einer unbekannten Gastfamilie mit einem fremden Austauschpartner zurechtfinden, im Alltag ihre Fremdsprachenkenntnisse ausprobieren, ein anderes Schulsystem begreifen und sich in einer fremden Großstadt orientieren mussten. Aber auch unseren Berliner Schülern war die Verantwortung für ihre Gäste bewusst, weshalb die Nervosität bei der Begrüßung am Flughafen auf beiden Seiten zu spüren war. Das Eis war aber schnell gebrochen, die Gruppe wuchs im Verlauf der Tage immer mehr zusammen und verbrachte eine tolle und intensive Woche miteinander. Neben dem gemeinsamen Unterricht in den 10. Klassen der Gastgeber am Lilienthal-Gymnasium hatten wir ein sehr abwechslungsreiches Berlin-Programm für alle organisiert. Abends und in der Freizeit kümmerten sich die Partnerfamilien mit viel Engagement um ihre Gäste, um ihnen Einblick in ein Familienleben in Berlin zu geben. Zudem organisierte die ganze Gruppe noch viele gemeinsame Aktivitäten unabhängig von Lehrern und Eltern außerhalb des schulischen Programms, sodass der Abschied nach einer Woche ziemlich schwerfiel und sich alle auf den Gegenbesuch in Italien freuten.

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Nach einem knappen halben Jahr war es dann Anfang März dieses Jahres endlich soweit und wir, 18 Schüler und zwei Lehrerinnen, flogen nach Venedig, wo uns unsere Partner in Empfang nahmen und nach Pordenone begleiteten. Jetzt waren die Rollen anders herum verteilt: Die Berliner Schüler mussten sich in einer Gastfamilie und im italienischen (Schul-)Alltag mit einer 6-Tage-Schulwoche (Samstagsunterricht!) einleben - und das alles auf Italienisch (- wenn nichts mehr ging: zur Not auf Deutsch oder auf Englisch).

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Natürlich hatten auch unsere italienischen Partner ein spannendes Programm neben dem Schulbesuch für uns geplant: Wir erkundeten die sehr hübsche Kleinstadt Pordenone und ihre Umgebung, in den nahen Bergen besichtigten wir die Schinkenproduktion des berühmten San Daniele-Schinkens und eine Mosaiklegerschule. Ein weiterer Tagesausflug führte uns nach Padua. Dort stand die Capella degli Scrovegni mit Giotto-Fresken auf dem Programm und die Besichtigung der altehrwürdigen Universität, des Palazzo Bo', an der einst Galileo Galilei lehrte und wo bei unserem Besuch gerade Examenskandidaten lorbeerbekränzt die bestandene Prüfung und ihren Universitätsabschluss (= la laurea) feierten. Der Höhepunkt war der Tagesausflug nach Venedig: Nach einem Stadtspaziergang bis San Marco und ausgiebigen Fotosessions bestiegen wir den Campanile auf dem Markusplatz und besichtigten eine der letzten Gondelbauwerkstätten Venedigs. Wie in Berlin unternahmen auch in Italien die Partner noch viel gemeinsam in der Freizeit nach dem "offiziellen" Programm. Am Wochenende fuhren einige mit ihren Gastfamilien ins nahe gelegene Skigebiet zum Schlittschuhlaufen, andere hingegen ans Meer, da Pordenone genau in der Mitte zwischen den karnischen Alpen und der Adriaküste liegt.

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Wie gelungen unsere Woche in Italien war, wurde bei der herzlichen und ausgelassenen Stimmung in der Pizzeria am Abschiedsabend mit allen Schülern und Gasteltern deutlich. Der fröhliche Kommentar einer italienischen Mutter bringt den Sinn unseres  Austauschs wohl am besten auf den Punkt, denn sie sagte dazu: "Allora vogliamo fare adesso questa Europa unita - sì o no?" ("Wollen wir jetzt also dieses vereinte Europa schaffen - ja oder nein?") Wir waren uns einig, dass wir das wollen.  

Danke an alle und für alles! - Grazie a tutti e di tutto!

U. Breunig