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Frankfurt am Main, eine Stadt, die bekannt ist für ihre Hochhäuser und Banken und die auch seit dem Mittelalter zu den bedeutendsten städtischen Zentren Deutschlands gehört, sollte zum Ziel der Kursfahrt des Geschichte-Leistungskurses des 12. Jahrgangs von Herrn Urschel werden.

Am Montag, den 04. Oktober 2021 war es dann so weit und der Kurs traf sich gemeinsam mit Herrn Urschel und Frau Vössing um 9:30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. Nach der knapp fünfstündigen Fahrt kamen wir dann endlich gegen 14:15 Uhr in Frankfurt am Main an und liefen anschließend zu unserem Hostel, dem „a&o Hostel“, das an der Frankfurter „Galluswarte“ und somit äußerst zentral liegt.

Nach einer kurzen Pause gingen wir gemeinsam den Main flussabwärts bis zum „Römerberg“, dem Hauptplatz in Frankfurts Innenstadt. Dort angekommen wartete eine Stadtführerin auf unsere Gruppe, die uns die Sehenswürdigkeiten der Frankfurter Altstadt zeigte: direkt am „Römerberg“ den „Römer“, ursprünglich ein Patrizierhaus, welches das Rathaus der Stadt Frankfurt und bis heute Sitz des Oberbürgermeisters ist; sodann die „Paulskirche“, in der die Nationalversammlung die erste demokratische Verfassung für Deutschland erschuf, den „Kaiserdom St. Bartholomäus“, der bei den Frankfurtern schlicht als „Dom“ bekannt ist, die „Goldene Waage“ und das neue wiederaufgebaute Altstadtviertel zwischen „Dom“ und „Römer“. Neben diesem Viertel ist fast die gesamte Altstadt von Frankfurt mit ihren Sehenswürdigkeiten nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut worden, da durch alliierte Luftangriffe etwa 70 Prozent der Gebäude Frankfurts, darunter sehr große Teil der Alt- und Innenstadt, zerstört worden waren. Die Gebäude rund um den „Römerberg“ wurden bereits in den 1950er Jahren sowie in den 1980er Jahren (wieder-)aufgebaut, während die übrigen Häuser in der „Neuen Altstadt“ erst im September 2018 fertig gestellt wurden. Die starke Zerstörung in Frankfurt am Main während des Krieges ist der Hauptgrund für das kontrastreiche Stadtbild, das aus mittelalterlichen Bauten, wiederaufgebauten Vierteln und Sehenswürdigkeiten, deutscher Fünfzigerjahre-Nachkriegsarchitektur und modernen Wolkenkratzern zusammengesetzt ist. Nach der sehr informativen Stadtführung haben wir bei einem gemeinsamen Abendessen den gelungenen Tag ausklingen lassen.

Am nächsten Tag besichtigten wir das „Goethe-Haus“, das Eltern- sowie Geburtshaus des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe. In diesem Haus lebte er (mit Ausnahme der Studienjahre in Leipzig 1765 bis 1768 und in Straßburg 1770/71 sowie einem Praktikum in Wetzlar 1772 bis 1774), bis er 1775 nach Weimar zog. Bei dem Luftangriff auf Frankfurt vom 22. März 1944 wurde auch das „Goethe-Haus“ zerstört. Der Wiederaufbau begann aufgrund der Wichtigkeit und zur Ehrung des Dichters bereits 1947; das Haus stellt seit seiner Fertigstellung eine allseits bekannte Dichter-Gedenkstätte dar. Das „Goethe-Haus“ ist mit dem erst am 14. September 2021 eröffneten „Romantik-Museum“ in direkter Nachbarschaft verbunden. Auch dieses Museum besuchten wir und erfuhren mehr über die Epoche der Romantik durch Gemälde und Referenzen zu „Faust“ und Co. Das Museum wirkte sehr verzweigt und es ist interaktiv aufgebaut, so dass man sich regelrecht in dieser Kulisse und seinen Ideen und Anregungen verlaufen konnte. Nach dem Kulturprogramm konnten wir Frankfurt auf eigene Faust erkunden.

Am Nachmittag fuhren wir alle zusammen an den äußersten Stadtrand zu einer Apfelplantage und kehrten im Bio-Betrieb „MainÄppelHaus Lohrberg“ ein. Dort erfreuten wir uns an Köstlichkeiten wie Apfelkuchen, Apfelschorle und der hessischen Spezialität des Apfelweins: „Äppelwoi“ aus eigener Herstellung. Ein weiteres Highlight war neben der großartigen Aussicht auf Frankfurt und Offenbach ein Apfelbaum, an dem sechs verschiedene Apfelsorten wachsen.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Zug nach Mainz, Hauptstadt von Rheinland-Pfalz. Dort haben wir den architektonisch äußerst vielseitigen und imposanten „Mainzer Dom“ besichtigt und im „Gutenberg-Museum“ eine Reise durch die Buch-, Druck- und Schriftgeschichte gemacht. Johannes Gensfleisch, später genannt und besser bekannt als Gutenberg, um 1400 in Mainz geboren, lebte sein ganzes Leben in der Stadt. Gutenberg entwickelte bedeutende Elemente für die Buchdruckerkunst. Mit der Erfindung der Druckerpresse machte sich Gutenberg zu einer der bedeutendsten Personen der Geschichte und wurde indirekt auch zum Hauptakteur der später erfolgten „Reformation“. Anhand einer Demonstration in der rekonstruierten Gutenberg-Werkstatt konnten wir den gesamten Druckprozess besonders gut nachvollziehen. Das „Gutenberg-Museum“ stellt in einem begehbaren Tresorraum auch zwei berühmte Gutenberg-Bibeln aus, die ältesten Bücher, die mit beweglichen Lettern gedruckt wurden.

Nach der individuellen Erkundung der Stadt Mainz hatten wir am Abend noch Großes in Frankfurt vor: Es galt, sich in Schale zu werfen! Und zwar für das Stück „Amadigi“ in der Frankfurter Oper im Bockenheimer Depot, das uns sehr beeindruckt hat. Ich persönlich habe Gefallen an der neuinterpretierten Darstellung des Werkes von Georg Friedrich Händel und der Ästhetik des sehr modernen Bühnenbildes gefunden. Für die meisten von uns war es der erste Besuch in einer Oper, aber keineswegs der letzte.

Am Donnerstag waren wir in der Frankfurter Freizeiteinrichtung „MatchupFFM“, die sich als das „ultimative Spielshow-Erlebnis für Jedermann“ beschreibt. Dabei treten Teams gegeneinander in Spiele-Parcours aus elf Disziplinen an; Stärke, Geschicklichkeit und Wissen waren hierbei gefragt. Dieser Ausflug hat uns allen sehr viel Spaß gemacht.

Am Donnerstagabend trafen wir uns dann alle zusammen in einem Restaurant. Wir hatten nun Zeit, über die vergangenen Tage und das Erlebte zu reden und uns über persönliche Dinge ganz in Ruhe außerhalb des schulischen Umfeldes zu unterhalten. Das gemeinsame Essen stellte einen gelungenen und harmonischen Abschluss der Kursfahrt dar.

Am Freitag hieß es Abschied zu nehmen. Abschied von Frankfurt, einer Stadt, in der wir in wenigen Tagen viel erlebt hatten, viele witzige Momente geteilt, uns (einschließlich unserer Lehrkräfte) besser kennengelernt und neue und tiefere Freundschaften geschlossen haben, unseren individuellen – aber auch gemeinsamen – Horizont erweitern konnten und schlichtweg Spaß an einer sehr gelungenen Kursfahrt hatten.

Vielen Dank an Herrn Urschel (Lehrkraft des Geschichte-Leistungskurses des 12. Jahrgangs) und Frau Vössing.

Linus Imbery, Q3

Fotos: Miriam Vössing, Florian Urschel-Sochaczewski, Linus Imbery