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Vom 11.09.2019 bis zum 21.09.2019 fand das internationale Literaturfestival in Berlin statt. Wir, die Klasse 9.1 zusammen mit den Lehrern Herr Harms und Frau Mees, erhielten die Möglichkeit, eine Lesung des kanadischen Autors Iain Lawrence mitzuerleben.

Iain Lawrence stellte uns sein Buch „Ghost Boy“ vor, welches auf Deutsch als „Der Geist“ erschien und von einem jungen Mann handelt, welcher aufgrund seiner hellen Hautfarbe verspottet wird und sich eines Tages einem Wanderzirkus anschließt und auf seiner Reise die Erfahrung macht, dass nicht alles so ist, wie es von außen scheint und dass es nicht darauf ankommt, wie andere einen sehen.

Insgesamt war unsere Klasse ziemlich enttäuscht, da die Lesung trotz einiger an das Publikum gerichteten Fragen sehr langweilig und ermüdend war. Bedauerlicherweise war es schwierig, sowohl dem Moderator als auch dem Autor selbst zu folgen, aufgrund der Tatsache, dass die ganze Lesung eher wie ein Interview verlief und man sich wie ein Fernsehzuschauer ohne Einfluss auf das Erzählte fühlte. So gab es bis zum Schluss der knapp zwei Stunden dauernden Veranstaltung kaum Möglichkeiten, dem Autor eine Frage zu stellen, da weder dieser noch der Moderator wirklich Blickkontakt mit dem Publikum aufrecht erhielten und man nicht auf sich aufmerksam machen konnte ohne laut zu werden. Ein weiterer Aspekt, der sich leider nicht ändern lässt, war, dass der Autor eine sehr monotone Stimme hatte, was es erschwerte, ihm aufmerksam zuzuhören, als er aus seinem Buch vorlas, welches in etwas anspruchsvollerem Englisch geschrieben war.

Zum Ende der Lesung gab es allerdings noch eine interessante Diskussion zum Thema Rassismus in älteren Büchern wie Pipi Langstrumpf oder die Abenteuer des Tom Sawyer, in welchen heute als politisch inkorrekt geltende Wörter benutzt wurden, die dunkelhäutige Menschen stark diskriminieren. Es wurde zum Beispiel argumentiert, ob man diese Bücher in einer politisch korrekten Form neu drucken sollte oder ob diese Wörter nun einmal zur Geschichte hinzugehörten und dieser Neudruck nur ein verzweifelter Versuch sei, die Vergangenheit zu ändern.

Die Lesung war trotz einiger positiver Aspekte eindeutig nicht das, was unsere Klasse und auch Frau Mees und Herr Harms erwartet hatten und hat keinen von uns überzeugt, das Buch zu kaufen und zu lesen, zumal der Moderator dazu allen Anwesenden das Ende gespoilert und damit eigentlich auch die Lust auf das Buch genommen hat.

Lena Mary Tran und Nona Luise Ott  (9.1)