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„Alkoholkonsum macht unglücklich, hässlich, dick und dumm.“ – Das kann man als Fazit der Suchtpräventionsworkshops, die in den letzten Tagen für die neunten und zwei zehnten Klassen am Lilienthal-Gymnasium stattfanden, benennen. Anne Wilkening war zum wiederholten Male zu Besuch, um die Schüler*innen über Besonderheiten der Pubertät und Risiken des Konsums von Suchtmitteln aufzuklären. Dies tat die Expertin für Pubertät und Gesundheitsfragen anhand von spannender Fakten zur Entwicklung des jugendlichen Körpers, insbesondere des Gehirns.

Anne Wilkening erklärte zunächst, dass das tiefe Bauchfett als Ursache zahlreicher Probleme ausgemacht werden konnte: Die Entstehung von Krebs und Entzündungen, Herzleiden, aber auch verminderter Fruchtbarkeit und verzögerte Entwicklung werden auf ein Zuviel dieses Fetts, das man lange gar nicht äußerlich sehen kann, zurückgeführt. Für die Jugendlichen außerdem interessant: „Durch das Bauchfett werden Mädchen männlicher und Jungen weiblicher! Die Hormonlage gerät aus dem Gleichgewicht.“

Wie entsteht dieses Bauchfett? Als Hauptursachen entlarvt Frau Wilkening in ihrem Vortrag den Konsum von Zucker. Säfte, Schorlen, Eistees und Limonaden empfiehlt sie eindringlich, vom Speiseplan zu streichen oder so selten zu genießen wie ein besonderes Dessert. Alkoholkonsum sei ein weiterer wichtiger Faktor, der die Entstehung des gesundheitsschädlichen Fettes verursache. Auch ein Mangel an Schlaf soll dazu führen, dass tiefes Bauchfett sich schneller bildet, da der Körper nicht genug Zeit für Regeneration und den Abbau von Giftstoffen hat. Jugendliche sollen laut Wilkening mindestens acht bis zehn Stunden pro Nacht schlafen. So viel Schlaf benötigen sie, „nur um nicht dümmer zu werden“. Denn das Gehirn, das in der Pubertät umstrukturiert und „neu verkabelt“ werde, benötige die Nacht, um etwa 7000 neue Gehirnzellen zu bilden. Nur wer genug schläft, könne erfolgreich lernen und wachsen. Die größten Störfaktoren für einen geruhsamen Schlaf sind laut Wilkening Koffein, Alkohol, Nikotin, illegale Drogen, aber auch das „Glotzen, Chatten und Zocken“, welches - zu lange und zu spät betrieben - die Regeneration in der Nacht verhindere.

Gerade für Jugendliche sei der Alkoholkonsum besonders schädlich. Die Gehirnleistung werde durch jeden Konsum nachhaltig geschädigt. Das veranschaulichte Wilkening anhand verschiedener Abbildungen, die die deutlich schlechter durchbluteten Gehirne von Menschen, die Alkohol trinken, rauchen oder andere Drogen nehmen, zeigte. Jeder Tag, jedes Jahr ohne Alkohol, Rauchen oder Kiffen sei wichtig, damit Körper und Gehirn sich bestmöglich entwickeln können. Frühestens ab Anfang 20 habe der Körper überhaupt genug Abbaustoffe, um den „Genuss“ von Alkohol verarbeiten zu können. Maximal ein Glas für Frauen und zwei Gläser für Männer und nur Alkohol mit weniger als 10 Prozent Alkohol – das sei der Richtwert für „cleveres Saufen“.

Am 14.11.2018 wird Frau Wilkening wieder zum Lilienthal-Gymnasium kommen und um 19 Uhr einen Elternvortrag halten. Hier wird es schwerpunktmäßig um das Thema „Glotzen, Zocken, Chatten“ gehen.