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Was ist eigentlich ein Poesiefilm? Und warum kann es spannend sein, selbst einen Poesiefilm zu drehen?

Diese Fragen standen am Anfang des Poesiefilm-Projekts der Klasse 9.2. Mehrere Wochen lang haben die Schüler sich im Deutschunterricht damit beschäftigt, einen Poesiefilm herzustellen und damit ein eigenes kleines Kunstwerk zu schaffen. Denn ein Poesiefilm ist genau das: ein eigenständiges Kunstwerk.

Stark vereinfachend könnte man sagen: Ein Poesiefilm ist eine Verfilmung eines Gedichts. Wichtig ist dabei allerdings, nicht bloß den gegebenen Text zu illustrieren; die Metaphern, Vergleiche und anderen sprachlichen Bilder des Gedichts sollen nicht einfach ‚abgefilmt‘ werden. Vielmehr zeichnet sich ein guter Poesiefilm dadurch aus, eine eigene, durchaus auch gewagte (aber immer begründete) Interpretation des zugrundeliegenden lyrischen Textes zu sein. Ein guter Poesiefilm kann seinerseits mehrdeutig sein und Interpretation erfordern – ein kleines Kunstwerk eben.

Um selbst einen Poesiefilm anfertigen zu können, benötigt man Kenntnisse in der Interpretation von Gedichten; man sollte sich aber auch mit grundlegenden filmischen Mitteln und ihrer Wirkung auskennen. Bevor die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9.2 selbst zur Kamera und zur Schnittsoftware gegriffen haben, haben sie also gelernt, lyrische Metaphern und Symbole zu entschlüsseln sowie Sprecherperspektiven zu identifizieren. Dann haben sie die Wirkung von Kameraeinstellungen, Montage und Bildgestaltung erarbeitet. Und schließlich haben sie insgesamt acht Filme zu fünf verschiedenen Gedichten gedreht. In einem Wettbewerb wurden dann die drei Filme gekürt, die die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9.2 selbst als die gelungensten einschätzen. Unter den Links stehen diese Filme zum Download bereit. – Viel Vergnügen beim Betrachten und Interpretieren!

(Tipp: Zum Abspielen der Videos wird der VLC Media Player empfohlen.)

Florian Urschel-Sochaczewski

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Kathi H., Simon J., Anna T., Konrad W.: „Nach grauen Tagen“ von Ingeborg Bachmann

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Alisa A., Can C., Marius W., Selina Y.: „Kultur – Kültür“ von Aysel Özakın

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Isabeau D., Lena S., Amelie T., Maja W.: „Nach grauen Tagen“ von Ingeborg Bachmann