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Im Rahmen unserer Exkursion in die Akademie des Jüdischen Museums haben wir uns in drei Gruppen mit Originaldokumenten beschäftigt, die uns auf das abschließende Zeitzeugengespräch vorbereiten sollten. Als Hauptthemen in unseren Gruppen hatten wir: Leben im Versteck, Bar Mitzwa und Zwangsarbeit der Juden im NS-Staat. In diesem Zusammenhang haben wir uns u.a. mit Arbeitsausweisen, Einladungen zu einer Bar Mitzwa und verschiedenen Entlassungsschreiben beschäftigt.

All diese Themen spielten in der Biographie des Zeitzeugen Fred Kranz eine Rolle. Er selbst war zum Ende des Krieges 7 Jahre alt und hatte daher wenige Erinnerungen an seine Zeit im Versteck. Er und seine Eltern lebten bei Bekannten auf einem Bauernhof in Kallinchen, hier hatte er auch zum ersten Mal eine Spielkameradin, die für ihn wie eine Schwester wurde. Die beiden hatten sich 50 Jahre aus den Augen verloren und fanden sich erst kürzlich wieder, weshalb wir das Glück hatten, beide kennenlernen zu dürfen. Abschließend sprachen wir über die religiöse Erziehung und die Bar Mitzwa von Fred Kranz und die allgemeine Situation für überlebende Juden nach dem Kriegsende in Berlin.

Der ganze Workshop war sehr interessant und bewegend, da das Arbeiten mit originalen Dokumenten noch einmal ein tieferes Bewusstsein für das Leben als Jude im NS-Staat geschaffen hat und durch die lebendige Erzählung von Fred Kranz ein Gefühl des Miterlebens geschaffen wurde, das uns deutlich gemacht hat, in welcher Angst gelebt werden musste. So wurde die Geschichte für uns ein Stück weit lebendig.

Julia Wagner und David Hecht
Geschichte Leistungskurs, Abi 2017